Authentic-Bonsai Jörg Frahnow
Hotel Senftenberg

Bonsai
aktuell
über mich
authentic bonsai
gestaltungen
events
kontakt
links
presse
archiv
archiv 08
archiv 1/09
gaestebuch

archiv 2/09

24.10.2009 Ein ganz großes Projekt

Je länger man ein Hobby betreibt desto schwerer wird es neue Herausforderungen darin zu finden. Eine ganz konkrete stand mit einem Mal vor wenigen Tagen bei mir auf dem Hof und bringt ca. 500 kg auf die Waage. Eine Olive aus Spanien mit einer Höhe von 3m und einem Nebari von mehr als 90cm Durchmesser, bringt dieser Baum alles mit, was eine neue Herausforderung braucht. Zumal unsere klimatischen Verhältnisse auch nicht dem Heimatstandort dieser Spezies entspricht. Die Zukunft wird zeigen, wie es mit diesem Baum weiter geht und ob es auch ein Bonsai wird, ich bin auf jeden Fall schon mal gespannt.


Olive, Höhe 3m


Oliven-Nebari, 90cm Durchmesser

09.10.2009 Beim Aufräumen gefunden...

...habe ich diesen Efeu. Er steht schon seit Jahren irgendwo zwischen meinen Pflanzen und wurde mehrfach von Wind und Wetter durch Umfallen und Abbrechen gestaltet sowie durch zahlreiche Schnitte, die ich meist im Frühjahr und Herbst an ihm durchführte. Dabei merkte ich auch, dass es gar nicht so einfach ist, eine ordentliche Kaskade auf den Weg zu bringen.
In diesem Frühjahr war der Baum durch den zuvor strengen Winter, fast um sein Leben gebracht worden. Es waren sämtliche Wurzeln der Kälte zum Opfer gefallen und so fing er bei einsetzender Erwärmung bereits an zu welken und verlor fast alle seine Blätter. ich hatte den baum bereits aufgegeben, ihn aber weiter zwischen den anderen belassen und mitgepflegt. Wahrscheinlich fungierte die Pflanze wie ein großer Steckling und entwickelte ein komplett neues Wurzelwerk. Heute fiel der Baum seit langem wieder einmal bewußt in meine Hände und mit wenigen Schnitten stellte ich fest, dass er inzwischen ein ordentliches Potential auf dem Weg zu einem guten Bonsai entwickelt hat. Die Schale wird sicher nicht die letzte sein aber auch da wird sich in der Zukunft was geeignetes finden. Mit seinen 23 cm gehört er noch in das Reich der Shohins.

Efeu-Bonsai
Efeu, Hedera helix, 23cm

04.10.2009 Letzte Zuckungen

Das Bonsaijahr nähert sich dem Ende, erste Bilanz wird gezogen über das was gelang und das was weniger erfolgreich war, Rückblick wird gehalten und längst die neue Saison geplant, letzte Arbeiten im Bonsai-Garten warten darauf erledigt zu werden. Grund genug auch für den AK Ostsachsen-Südbrandenburg sich noch einmal zu treffen und gemeinsam diesen Saisonausklang zu begehen. Schon Tradition, da bereits zum zweiten Mal, hat dabei unser Besuch bei Andreas. Wie auch schon im letzten Jahr waren wir dieses Mal wieder willkommene Gäste und wurden reichlich und bestens bewirtet, Vielen Dank dafür dem ganzen Hause.
Da wir in diesem Jahr durch die starke Einbeziehung in die Vorbereitungen und Durchführung der JHV des BCD in Erfurt eingebunden waren, kamen wir als AK relativ wenig zu praktischem Arbeiten an unseren Bonsais. Das wollten wir an diesem Herbsttreffen nochmal ein wenig relativieren und setzten daher ganz konkret das Arbeiten an mitgebrachtem Material auf das Tagesprogramm. Da ich nicht so sehr von Herbst- und Wintergestaltungen bei Kiefern überzeugt bin und dafür lieber den Sommer vorziehe, in meinem Garten jedoch das meiste Rohmaterial Kiefernrohlinge sind, entschloß ich mich dazu, eine Kiefer mitzunehmen, bei welcher es meiner Meinung nach nicht so sehr drauf ankommt. Ihr Potential schätzte ich mittelmäßig ein und sollte sich auch die Pflanze am Gestaltungszeitpunkt in irgendweiner Weise stören, wäre das zu verkraften.


Kieferrohling, Pinnus sylvestris, 90cm

Gemeinsam sprachen wir viele Bäume durch und versuchten deren Potential zu ergründen. Auch bei dieser Kiefer gab es eine durchaus kontroverse Diskussion denn sie hatte einige Macken die entweder ausgeräumt oder aber so in Szene gesetzt werden, dass sie dem Baum Charakter geben.
Da ist zum einen die U-Form welche beide Stämme miteinander verbindet, nicht gerade optimal für eine Doppelstammform jedoch nicht mehr zu korrigieren ohne dass man auf einen Stamm verzichten würde. Eine Vorderseite zu finden welche die beiden Stämme so positioniert, dass sie sich ein Stück näher kommen und dabei noch den Kleineren in den Hintergrund treten lassen schien aber möglich und ist eine legitime Form um mit dererlei Mängel umzugehen. Das nächste Problem war die stärke der Stämme. Hier wurde deutlich, dass der Kleinere im Umfang stärker war als der Große. Mit geschickter Sharigestaltung am kleineren Stamm läßt sich hier jedoch manches noch im Nachhinein optisch korrigieren. Letztendlich ist in der nun noch verbleibenden Zeit ein durchaus ansprechender Baum entstanden, welcher mich selbst in seinem Ergebnis überraschte. Das Ergebnis ist ein homogener Baum, der die Vorgaben des Rohmaterials konsequent aufgreift und verarbeitet. Die unglaubliche Dreidimensionalität die der Baum durch seine zahlreichen Facetten aufweist kommen in dem Foto leider nicht so deutlich zum Ausdruck. Es bleibt abzuwarten wie und wohin sich dieser Baum in den nächsten Jahren entwickelt, einer der Besseren sollte es werden.


Kiefer, Pinnus sylvestris, Grundgestaltung, 70cm

Alles in Allem wieder ein gelungener Tag im AK und ein deutliches Beispiel, wie der Austausch und die gemeinsame Diskussion ein Ergebnis wesentlich beeinflußt. Ein ganz herzliches Dankeschön nochmals dabei stellvertretend für alle an Robert, der den entscheidenden Impuls gab, den Baum ein wenig anzukippen um der gesmmten Gestaltung die entsprechende Richtung vorzugeben.


AK Ostsachsen-Südbrandenburg

07.09.2009 Vorbereitung für Decin

Am kommenden Wochenende findet vom 11.-13.09.2009 die Tschechische Bonsai National Ausstellung in Decin statt und Vaclav Novak hat den Mitteldeutschen Bonsai Regionalverband dazu eingeladen, sich dort mit ein paar eigenen Bäumen zu beteiligen. Solche Einladungen sind zum einen immer wieder wilkommene Gelegenheiten, die eigenen Bäume einmal einem ganz neuen Publikum zu präsentieren, zum anderen sind das Gelegenheiten, wo man neue Kontakte und Freundschaften knüpft, welche, wenn sie wie hier über Grenzen hinweg entstehen, besonders wertvoll sind.
Ich werde mit einem Arrangement meiner Kiefernstudie mit blühender Heide dort vertreten sein, welche ich heute dafür schon einmal vorbereitet und zusammengestellt habe.


Kiefer mit blühender Heide

13.08.2009 Überraschungen

Ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Beschäftigen mit Bonsai ist der Überraschungseffekt. Bei kaum einer anderen künstlerischen Betätigung ist man so sehr darauf angewiesen, das andere, oft nur zum Teil beeinflußbare Faktoren, mitspielen. Immer wieder gibt es Entwicklungen, welche nicht vorhersehbar waren, mit denen man nun aber Leben oder sie sogar zum gelingen des Bonsais mit einbeziehen muß.
Ein Bonsai, der mich diesbezüglich mehrfach überrascht hat ist der im Folgenden beschriebene Pfennigbaum. Irgendwan Anfang der neunziger Jahre fand diese Pflanze als ganz normale Zimmerpflanze auf einer Grünen Woche in Berlin, den Weg in unser Haus. Schon damals erinnere ich mich, hatte sie einen beeindruckend starken Stamm. Da es sich bei diesem Portulacaria afra um eine sehr langsamwachsende Varietät mit leicht gelblichen Blättern handelt, verlor er im Winterhalbjahr meist mehr Blätter, als ihm im Sommer nachgewachsen sind. Das führte im Jahr 2002 dazu, dass ihn meine Frau im Frühjahr nach dem Lerräumen des Winterquartiers auf unserem Komposthaufen entsorgte. Dort muß er einige Monate verbracht haben, bis ich ihn dort im August, immer noch am Leben, entdeckte und bei mir dachte: "als Bonsai allemal ein Versuch wert". Kurzerhand schnitt ich ihm alle, zum Teil bis 40cm langen Äste ab und reduzierte den Baum ausschließlich auf seinen Stamm mit ein paar vereinzelten Blättern. Da es hier um Alles oder Nichts ging dröselte ich auch den völlig versandeten und zugeschlämmten Wurzelballen auf, soweit das überhaupt möglich war und stellte ihn in eine vorerst großzügig dimensionierte Bonsaischale mit sehr lockerem und grobkörnigem Substrat.


Portulacaria afra, Pfennigbaum im August 2002

Noch im selben Jahr startete der Baum wachstumsmäßig unglaublich durch und bereits im Jahr darauf war absehbar, dass hier durchaus mehr drin ist als ich je zu glauben vermochte. Zumal es sich ja bei diesem Baum um einen sogenannten Indoor handelt, also einer Pflanze, welche im Winter frostfrei überwintert werden muß, ist es umso erstaunlicher, dass ich mich auf das Experiment eingelassen hab, da ich diese Pflanzen aufgrund mangelder Aufbewahrungsmöglichkeiten im Winter weitestgehend meide. Aufgrund der bereits erwähnten Schwachwüchsigkeit dieser Sorte, hat es nun doch einige Jahre gedauert, bis etwas ansehnliches draus geworden ist aber es war fortwährend eine positive Entwicklung zu erkennen, welche auch bis Heute noch nicht abgeschlossen ist. Interessant und voller Überraschungen wird sie jedoch auch bei diesem Bonsai weiterhin sein, da bin ich mir sicher.


Pfennigbaum August 2009, Höhe: 21cm; Nebari: 9cm

09.08.2009 Alle Jahre wieder

Ein wunderschönes Wochenende unter Bonsaifreunden ging heute zu Ende. In diesem Jahr zum 6. mal, das Sommertreffen bei Birgit und Detlef von www.bonsai-shop.com/. Ein wenig Wehmut gab es dieses Mal dabei von Anfang an, es sollte das letzte Treffen dieser Art in Mockrehna werden. Dennoch war es wieder eine einzigartige Stimmung und es gab viel Spaß beim Drahten, Biegen und Quatschen. Alte Bekannte aus Nah und Fern traf man wieder und die Zeit verging wie im Flug. Danke an Alle für dieses schöne Wochenende.


Baumbesprechung mit Hans Reinelt


Matthias, alter Hase beim Sommertreff


Stefan mit beeindruckender Lärche


Brigitte und Hans Reinelt, immerwährender helfender Beistand

Um das Niveau bei solchen Treffen entsprechend zu halten wurde irgendwann einmal in Einmütigkeit beschlossen, dass es zur Pflicht eines jeden Besuchers gehört, neben allem Spaß und aller Unterhaltung auch unbedingt einen Baum dabei zu haben, an welchem auch gearbeitet wird. Auf diese Weise wird der Lernfaktor für alle Beteiligten weit höher, da Bäume in allen Qualitätsstufen mitgebracht, besprochen und bearbeitet werden. Das läuft in Mockrehna alles in einen derart unkomplizierten Art ab, dass es sich von vielen Workshops und sonstigen Events unterscheidet. Die Folge, ein Treffen mit Suchtpotential.
Mit mir ging in diesem Jahr, wie sollte es anders sein, unter anderem eine Kiefer auf den Weg, welche ich schon vor vielen Jahren ausgegraben habe und irgendwann im Herbst/Winter 2007/08 grundgestaltete. Im Frühjahr 2009 bekam dieser Baum seine erste Schale und dabei auch die ersten Drähte wieder abgenommen, da sie bereits an vielen Stellen "eindrückliche" Spuren hinterließen. Der Baum war inzwischen schon so fit, dass ich ihm die Grundform wiedergeben wollte um ihm nicht zuviel Zeit zum erneuten "verwildern" zu lassen.


Pinus sylvestris vor der Gestaltung beim Sommertreff

Da dieser Baum im Grundsätzlichen vielen meiner Rohpflanzen ähnelt, gleicht auch das Ergebnis dem einiger anderer Bäume. Die schlanken aber mit eindrücklicher Borke versehenen Stämme machen es erforderlich, ein leichte schmal gehaltene Krone zu gestalten wobei die stark geneigten Äste der reifen Borke Rechnung tragen. Der Verzicht auf einen Hauptast lenkt das ganze Augenmerk auf die charaktervolle Stammoberfläche. Dieser Baum unterscheidet sich dazu noch durch zwei schöne Bewegungen im oberen Stammbereich, woran sich eine sehr feminine Stammlinie in die Krone hinein anschließt.
Im Gespräch über diesen Baum riet mir Hans Reinelt zu einem noch drastischeren auslichten im Kronenbereich und dem konsequenten Konzept einer klassischen Literatengestaltung zu folgen. Noch habe ich mich gegen diesen Vorschlag entschieden, da der Stamm für mich auch unter Hinzuziehung anderer Vorderseiten zu wenig Bewegung hergibt. Die Zukunft soll nun entscheiden, ob ich irgendwann nocheinmal auf den Gedanken zurück komme oder den eingeschlagenen Kurs beibehalte. Für mich ist dieser Baum auf einen guten Weg gebracht, die einzelnen Elemente der Gestaltung müssen nun zu einer Einheit verschmelzen und reifen. Auch die Schale ist noch nicht die letzte Wahl.


Kieferngestaltung im Draht

24.07.2009 Update

Jetzt geht es Schlag auf Schlag, ich stecke mitten in der Hauptsaison des Gestaltens bei den Kiefern. Also immer mal wieder rein schauen bei den gestaltungen.


16.07.2009 Update

Die Aufzeichnungen des ersten Halbjahres finden sie nun im archiv.

Mitten im Sommer angekommen, sind die Neutriebe der Kiefern bereits recht gut ausgereift, nun kann mit den fortgeschrittenen Bäumen gearbeitet werden. Den Anfang macht dabei in diesem Jahr meine "Vater-Sohn" Gestaltung. Einzelheiten wie immer unter gestaltungen.


Bonsai