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larix decidua

Lärche

Dieser Baum ist einer von 3 Lärchen, welche ich im Jahr 2002 ausgegraben habe. Im Frühjahr 2003 haben wir als neu geründeter AK Ostsachsen-Südbrandenburg uns an seine Gestaltung herangetastet. Für einige war es das erste mal, sowas im gegenseitigen Austausch zu erleben.

Am meisten sorgte der lange natürliche Jin für Diskussionsstoff. Alle wollten ihn dran behalten. Ich entschied autoritär: "Der kommt ab". Bis auf einen kleinen Rest entfernte ich ihn. Das Ergebnis konnte sich dennoch sehen lassen.

Bis auf ein paar kleine Zweige in der Spitze hatte der Baum die Gestaltung gut angenommen und zeigte im Sommer 2003 einen satten Austrieb und reichlich Langtriebe, ein Zeichen, dass es ihm gut geht.

Im Winter 2003-04 zeigt sich, dass auch der neue und ursprünglich recht schwache neue Leittrieb schon ordentlich zugelegt hat. Die Zeit muss hier allerdings noch einiges tun, um ein glaubwürdigen Übergang vom Stamm zur Krone zu bekommen.

Die Wintermonate sind nun auch die beste Gelegenheit, um dem Baum nochmal eine neue Silhouette zu geben und den Neuaustrieb nachzudrahten.

Eine ebenfalls sinvolle Beschäftigung für lange Winterabende ist es, dass man sich gedanken über die Zukunft in der Schale macht. Hier mal ein Ergebnis zu diesem Baum am PC simuliert.

In den folgenden Jahren ist dann nicht viel passiert. Die Schale habe ich von Horst Heinzelreiter nach dem Virtual anfertigen lassen. Bein Versuch, den Baum im Frühjahr 2005 dort hinein zu pflanzen packte mich jedoch das Entsetzen. Die Lärche stand vom ursprünglichen Sammelort in einem Klumpen von purem Lehm. Da dieser die Feuchtigkeit lange speichert und zudem noch wenig Sauerstoff an die Wurzeln lässt, hatten sich in den letzten 3 Jahren kaum Faserwurzeln darin gebildet, die doch so lebenswichtig für unsere Pflanzen sind. Statdessen fand ich am Baum eine längere Pfahlwurzel mit so gut wie kaum einer Faserwurzel dran. Ich glaubte schon kaum noch daran, den Baum retten zu können. Entfernte das alte Substrat komplett, kürzte jedoch an der Pfahlwurzel nichts ein und pflanzte ihn nun in einen tiefen Topf mit neuem lockeren Substrat. Da ich nun wußte, wie es unter der Erde hier aussieht konnte ich in den folgenden 2 Jahren gezielte Wurzelschnitte vornehmen, ohne den Baum aus seinem Topf zu nehmen und das Substrat zu entfernen. Ich legte jeweils nur einzelne Bereiche im Topf frei und setzte gezielte Schnitte um die Wurzeln zu reduzieren. Auf diese Weise verliert der Baum nur die wirklich entfernten Wurzeln, während die anderen völlig ungestört den Baum weiterversorgen können. Im Frühjahr 2008 erhielt die Lärche dann ihre Schale, die schon lange bereitstand. In einem Jahr, wenn sie sich darin erholt hat, wird sie nochmals komplett mit allen Ästen und Zweigen durchgedrahtet und sollte dann der virtuellen Vision doch schon recht nahe kommen.

Die Erholungsphase der Lärche hat doch etwas länger gedauert als ursprünglich erwartet. Zwei Jahre brauchte sie, um sich darin zu aklimatisieren, diese Zeit sollte sie auch bekommen.
Dann beim Frühlingserwachen 2010 in Saathain wurde die Lärche wie angekündigt komplett durchgedrahtet und ein wenig eingekürzt. Die Spitze aus der ursprünglichen Gestaltung hat sich überflüssig gemacht und wurde entfernt. Sie wirkt nun noch kompakter und reifer. Auch ist ihre Verzweigung inzwischen sehr zufriedenstellend aber sie wird ja nun auch schon 8 Jahre in meinem Garten gepflegt.


Lärchenbonsai Frühjahr 2010


Aus der Vogelperspektive



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