Mädchenkiefer, 35cm
Dieser Mädchenkiefernrohling stammt von einer Bonsai-Weihnachtsaktion eines regionalen Gartencenters mit ca. 1000 Pflanzen. Diese blieb übrig und wurde nach und nach von 300,- DM auf zuletzt 25,- € im Herbst 2002 heruntergesetzt. Das war der Zeitpunkt, wo ich nicht mehr wiederstehen konnte.

Im Februar 2003 machte ich mich dann über die Gestaltung. Der Baum wurde radikal eingekürzt und eine Grundgestaltung vorgenommen. Es war bis dahin meine erste eigene Kieferngestaltung.

Im Frühjahr 2004 wurde dann der völlig verfilzte Wurzelballen auseinandergedröselt. Das ist oft ein kritischer Zeitpunkt, da bei diesem Eingriff viele Wurzeln verletzt werden, ist aber unbedingt nötig, da die Bäume in so verdichtetem Substrat zu ersticken drohen. Dieser Baum hat das bestens überlebt und bei dieser Gelegenheit eine neue Schale bekommen.

Daß ihr das Umtopfen gut tat zeigt der Neuzuwachs im darauffolgenden Jahr. Im Frühjahr 2005 präsentiert sich die Kiefer in üppigem Grün und vielen neuen Knospen.

Der nun von Jahr zu Jahr stärker werdende Zuwachs förderte gleichzeitig die Verzweigung. Im gesammten Jahr 2006 habe ich die Kiefer nun sehr trocken gehalten und wenig gedüngt um kleinere Nadeln zu erhalten. Das ist auch soweit gelungen, einzig negativer Nebeneffekt, mein Mädchen bildete zum Herbst so gut wie keine Knospen fürs kommende Jahr aus. Im Herbst 2006 bot sich durch die kleinen Nadeln die gute Gelegenheit, den Baum mit allen Ästen und Zweigen nochmals bis in die Spitzen komplett durchzudrahten

Im Frühjahr 2007 kam es nun wie es kommen mußte. Der Baum trieb kaum aus, da er keine Knospen hatte. Diese bildeten sich jedoch nun erst und der Baum trieb erst sehr spät im Frühsommer des Jahres richtig aus. In den kommenden Monaten erholte er sich aber so gut, daß ihm im Herbst ein sanftes Umtopfen ohne größeren Wurzeleingriff zugemutet werden konnte. Die neue Schale ist filigraner und passt sich in seiner Leichtigkeit dem Baum besser an.

Bei dieser Gelegenheit konnte das Nebari auch noch ein wenig mehr freigelegt werden. Schon beachtlich, was sich da so manchesmal unter der Erdoberfläche entdecken läßt.

Immer wieder für Diskussionen sorget der überbetonte rechte Ast. Lange war ich am Überlegen wie ich in Zukunft mit ihm verfahre. In der Phase des Aufbaus gab er dem Baum ein wenig Charakter. Nun, wo die Kiefer an Reife zugelegt hat wurde er zu dominant. Folgerichtig, nach einigem zaudern, trennte ich mich bzw. trennte ich ihn im Frühjahr 2008 vom Baum und es war, wie sich nun herausstellte, die richtige Entscheidung. Der Baum bekam sein Gleichgewicht zurück und gewann an Harmonie.