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bcd 2008 mannheim

Jahreshauptmitgliederversammlung 2008 in Mannheim mit Jubiläumsausstellung "30 Jahre BCD"

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und so war auch im Vorfeld der Jubiläumsveranstaltung des BCD die Spannung groß, auf das was einen dort erwartet. Obwohl die "Startgebühr" verdreifacht wurde, war nach Veranstalterangaben die Nachfrage so groß, dass zahlreichen Ausstellungswilligen abgesagt werden mußte. Nicht zuletzt hatte die Ankündigung, von der Veranstaltung einen Bildband erstellen zu lassen, diesen Hype ausgelöst. Obwohl Mannheim für mich nicht gerade um die Ecke liegt hatte ich schon sehr früh im Jahr dort einen Besuch geplant. Stattgefunden hat das Event in der Festhalle Baumhain im Luisenpark Mannheim. Ein angemessener Ort, der viel Platz für die Ausstellung und darüber hinaus ausreichend Fläche für diverse Händler bot.


Veranstaltungsort

Am Freitag bereits angekommen trafen wir vor der Eröffnung viele Freunde und Bekannte aus Nah und Fern.


Bernhard


Pjotr und Vaclav


Hans

Am späten Abend dann wurde die Jubiläumsveranstaltung durch den Präsidenten des BCD, Klaus Wilberg eröffnet.


Präsidentenansprache

Danach ging es in die Ausstellung wo einen erwartungsgemäß Bäume von sehr hoher Qualität erwarteten. Vor allem sehr viele sehr große Bäume. Einige davon, vor allem die an einer Hand abzuzählenden kleinen Bäume, möchte ich hier zeigen. Nicht weil ich etwas gegen die großen Vertreter hätte, ganz im Gegenteil, aber leider allzuoft fehlt denen in unseren Breiten noch eine gehörige Portion Reife. Gleich im Eingangsbereich befanden sich 4 Tokonomas. In einer davon stand eine Pinus sylvestris, die so exakt und filigran gedrahtet war, dass für mein Gefühl hier der Bogen fast schon überspannt war oder aber kurz davor steht. Zum anderen, wenn wir über authentische Bonsai reden, kann auch soetwas ein Hinweis auf den jeweiligen Gestalter sein.
Die Schale war nach meinem Geschmack leider ein wenig zu klein und ob sie unbedingt rund sein muß, darüber lässt es sich sicherlich streiten.


Pinus sylvestris von Udo Fischer

Ebenfalls von Udo Fischer eine wunderschöne Hemlocktanne. Die Grazilität und Eleganz dieses Baumes war für mich sehr beeindruckend. Emotional gehörte dieser Baum für mich zu den Besten.


Hemlocktanne von Udo Fischer

Ein Baum für`s Bilderbuch war diese Quitte mit einer echten Frucht dran. Die Proportionen von Stamm und Krone, das Farbenspiel zwischen beginnender Herbstfärbung und der Frucht war faszinierend.


Quitte

Mit Bäumen von europäischen Nachbarn war die Ausstellung in diesem Jahr nicht reich gesegnet. Einer jedoch, Vaclav Novak fehlte auch diesmal nicht. Seine bekannte Hakenkiefer wie immer in bester Verfassung.


Pinus uncinata von Vaclav Novak (CZ)

Eine weitere auffällig schöne Kiefer war als Doppelstamm zu sehen. Unglaublich sauber gearbeitet zog sie einen, wenn man vor ihr stand, in ihren Bann.


Kiefer

Da die Ausstellung in diesem Jahr eine Herbstausstellung war, bestachen natürlich in besonderem Maße die Laumbäume in ihrer Herbstfärbung. Beispielhaft dafür die Linde oder auch die Birke welche sich jedoch erst noch im Anfangsstadium befand. .


Tilia cordata


Tilia cordata

Baum des Jahres 2008 wurde eine japanische Fächerahorn-Waldpflanzung von beeindruckender Größe, wie man sie nicht oft zu sehen bekommt.


Acer palmatum, Baum des Jahres 2008

Nun aber wie versprochen zu den kleinen Vertretern. Als erstes wäre da die Berberitze von Harald Möhler zu nennen. Sowohl der Baum selbst als auch die gesammte Präsentation war schon auffällig stimmig und ließ keine Wünsche offen. Mehr geht eigentlich nicht.


Berberitze von Harald Möhler

Als nächstes war eine kleine aber feine Pinus mugo zu sehen. Sie bestach durch ihre Urwüchsigkeit. Das Spiel von Eleganz und Dramatik machte diesen Baum im wahrsten Sinne des Wortes spannend. Für mich einer der kleinsten und einer der besten Bäume der Ausstellung.


Pinus mugo

Nie wieder vergessen wird man wohl die Fichte von Hartmuth Münchebach, wenn man sie einmal gesehen hat. Baum und Stein bilden hier eine Einheit wie ich sie anderswo noch nie sah. Die schroffen Strukturen und der Flechtenbewuchs gehen vom Stein auf den Baum nahtlos über. Man vermag kaum zu benennen wo das eine aufhört und das andere anfängt. Gäbe es einen Sonderpreis "Authentic-Bonsai" er hätte ihn mit Sicherheit bekommen.


Picea abies von Hartmuth Münchebach

Leider blieben auch dieser Ausstellung Bäume nicht erspart, die qualitativ im momentanen Zustand so nicht auf eine Ausstellung dieses Formats gehören. Sicherlich ist es ärgerlich, wenn ein Baum sich zwischen dem Meldetermin und der dann stattfindenden Ausstellung anders entwickelt als wir es gern hätten und es dem Baum nützt. Jedoch sollte jeder Besitzer dann auch die Größe haben, auf eine Teilnahme zu verzichten. Ungestaltete Kronenbereiche sind einfach unschön und schwächelnden bzw. kränkelnden Pflanzen sollte man den Stress einer Ausstellung nicht antun.


Detail Kiefer


Detail Lärche

Nach diesen vielen Eindrücken in der Ausstellung bot der Luisenpark das perfekte Kontrastprogramm. Verschiedene Highlights waren da im Angebot, welche man an einem Wochenende gar nicht alle realisieren und besuchen konnte. Ein wunderschöner Falter, der sich wahrscheinlich aus dem exotischen Schmetterlingsparadies befreien konnte, erfreute nicht nur unsere Herzen am Mittagstisch in der nahegelegenen Pfälzer Weinstube.


Morpho peleides, Himmelsfalter


Mittag in der Weinstube

Ebenfalls für Abwechslung und Unterhaltung boten die schier unzähligen Vogelarten im Park. Von Groß bis Klein waren sie hier alle vertreten. Hier ein paar von den Auffälligsten.


Pinguin beim Sonnenbaden


Pinguin


Flamingos


Flamingoportrait

Zurück in der Festhalle hatte man verschiedene Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. Sehr anspruchsvolle Demos gab es da mit vielen Zuschauern, guten Gestaltern und hervorragendem Gesaltungsmaterial. Eine kurzweilige Moderation hätte dem ganzen sicherlich noch die nötige Unterhaltsamkeit geboten die es vor allem dann braucht, wenn das Drahten mal etwas länger dauert.


Kieferngestaltung von Vaclav Novak (CZ)


Jean Paul Polmanns (BE) bei der Arbeit

Ganz viel Spass hatten wir dann am Abend bei der Alternativparty zur offiziellen Gala des BCD. Weit über 30 Bonsaienthusiasten fanden sich zum fröhlichen Beisammensein ein. Genauso wurde es dann auch, was die Bilder Eindrucksvoll belegen.


Bonsaiparty


Bonsaiparty


Bonsaiparty


Bonsaiparty


Bonsaiparty


Bonsaiparty

Abschließend bleibt einem eigentlich nur, den Veranstaltern zu danken, für ein wunderschönes, herzliches und in guter Erinnerung bleibendes Bonsaievent. Es haben sich sicherlich alle große Mühe gegeben, was man vielerorts erkennen konnte. Schade war es, dass eine deutsche Jubiläumsschau auf viele großartige Gestalter, welche ganz ohne Zweifel die Entwicklung von Bonsai im Land aber auch die des BCD nachhaltig mitgeprägt haben, verzichten mußte. Persönlich fehlten mir da nicht zuletzt die eindrucksvollen Fichten- und Wacholdergestaltungen aus der Zaar-Schule, die beeindruckenden Mugos von Werner Gieschler, die perfekten Kompositionen von Wolfgang Kohlhepp und auch die kapitalen Yamadoris von unseren österreichischen BCDlern. Hier liegt ganz sicherlich noch Potential, was zukünftigen Veranstaltern die Möglichkeit bietet in der Qualität an Mannheim anzuschließen.
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