Waldkiefer, Föhre,
Ähnlich meiner "Bonsaistudie" unter pinus sylvestris 3 entstand auch diese Gestaltung 2006. Das Ergebnis erschien mir zunächst selbst so lächerlich, dass ich in den ersten Monaten nicht wagte, es in der Öffentlichkeit zu zeigen. Dennoch war ich gespannt auf die Zukunft. Wie weit könne man den Minimalismus treiben und dennoch ein ordentliches Ergebnis erzielen?

Die Entwicklung war gewaltig. Nach nur einem Jahr wurde sehr deutlich wohin der weg geht. Die zunächst belassene Spitze konnte sogar noch entfernt werden.

Nun sollte es dem Baum gut gehen. Um Verzweigung zu bekommen brauchen wir zunächst viele Knospen und Neutriebe. Das klappt am besten mit viel Wasser und reichlich Dünger. Im Herbst 2007 zeigt der Baum eine großartige Vitalität und die langen Nadeln sind das Ergebnis der guten Fütterung.

2008 bekommt er vor dem Austrieb seine erste Schale. Dazu mußte ich seine Wurzeln stark reduzieren. Das hatte zur Folge, das wir ihn in diesem Jahr erst einmal in Ruhe lassen. Im Sommer jedoch zeigte er sich in einer derart guten Verfassung, dass auch hier nachgedrahtet werden konnte. Die alten langen Nadeln vom letzten Jahr wurden entfernt. Die neuen waren wesentlich kleiner.
Auch hier haben wir es mit einer nur zweijährigen Entwicklung und einem erstaunlichen Ergebnis in dieser kurzen Zeit zu tun.
Im Sommer 2009 steht der Baum zum ersten Mal auf einer Ausstellung des BCD in Erfurt als Teil eines Shohindisplays. Er sorgte für zahlreiche Diskussionen über deren Inhalt ich jedoch eher schweigen möchte, da es schon manchesmal erschreckend ist, WER sich da alles zu Wort meldet und ganz zu schweigen von dem WAS da gesagt wird. Spätestens an solchen Stellen wird deutlich, dass zu Bonsai dann doch an vielen Stellen weit mehr gehört als das bloße Befolgen starrer Regeln.

BCD-Ausstellung 2009 in Erfurt